Sternenkunde fürs Kind.

Quelle: wikipedia.org - Galileis Skizzen zu seinen Beobachtungen der verschiedenen Mondphasen, wobei er als einer der ersten Astronomen die Unebenheiten der Mondoberfläche wahrnahm und, dass die dunkle Seite des Mondes vom reflektierten Licht der Erde beleuchtet wurde.
Heute erzählte mir der Kind, dass seine Klasse in nächster Zeit einen Monat lang Astronomie durchnähme. Was mich als alten Sternenfreund besonders freut, wenn die Blagen mehr über das Sonnensystem und das Universum lernen, denn von unseren Planeten, der Himmelsmechanik, zu den mannigfaltigen Sternen und Galaxien gibt es soviel Interessantes und Wunderbares zu entdecken (ich weise dazu immer wieder gern auf Florians Scienceblog hin, in dem er sehr anschaulich und verständlich Astronomie erklärt). Ein Thema also, das – wie ich finde – das jede Schule in den Lehrplan zum naturwissenschaftlichen Unterricht aufnehmen sollte, denn die Astronomie kommt einfach zu stiefmütterlich weg an deutschen Schulen.

Aber ein Monat Sternenkunde ist ja auch schonmal was. Nur möchte ich auch der Hoffnung Anlass geben, dass man es auch bei der Astronomie belässt. Denn wie ich den Laden kenne, könnte es von der Astronomie nahtlos in die Astrologie übergehen, was ich als Neo-Skeptiker* natürlich ablehne; Astrologie widerspricht meinem Verständnis von der Welt im Allgemeinen und der Naturwissenschaft im Besonderen, Astrologie ist erwiesenermaßen Humbug und professionelle Sterndeuter sind meines Erachtens Hochstapler, deren einzige Profession darin besteht, Leichtgläubigen die Moneten vom Konto zu beamen. Ein Berufsstand also, den ich gerne in »Nepper, Schlepper, Bauernfänger« kategorisiere, nicht besser als der gemeine Trickbetrüger. Darunter mag es vielleicht auch Herrschaften geben, die wirklich daran glauben (und die sich dann selbst in »seriöse« Astrologen einordnen), aber die sind dann einfach nur behämmert (»Muster ohne Wert«, wie Omma selig sagen würde).

Zurück zum Thema: Naja, ich mag die Schule ja (und der Kind auch, und das ist das Wichtigste), also muss ich als skeptischer Vater einfach mit dem esoterischen Unterbau leben. (Update Mai 2012: Das Kind fühlt sich alles andere als wohl und den Eltern geht die Schule mehr und mehr auf den Sack). Da dieser aber im Unterricht eher eine untergeordnete Rolle einnimmt, bin ich einigermaßen guter Dinge, was die Wissenschaft betrifft und es auch bei der Astronomie bleibt. Der Kind jedenfalls weiß, was er von der Astrologie zu halten hat. Ebenso viel wie der Herr Papa nämlich. Also nix.

*Neo-Skeptiker deshalb, weil ich nicht so geboren wurde. Ich habe selbst mal derlei Überzeugungssysteme geglaubt bzw. akzeptiert, habe aber diese Wahnvorstellung vor wenigen Jahren hinter mir gelassen.

12 Gedanken zu “Sternenkunde fürs Kind.

  1. Lieber Herr Neo-Skeptiker,

    das Schöne an der Astrologie ist,
    daß sie ‚funktioniert‘ .

    Nur daran zu glauben
    oder auch nicht zu glauben
    heißt einfach,
    (noch) nicht genügend
    darüber zu wissen.

    Beste Grüße
    Mythopoet

    1. Uiuiuiuiuiui…
      MEINE Kohle bekommt ihr nicht! Mami und Papi haben mich nämlich gelehrt, meinen Verstand zu nutzen. Und diese Fähigkeit habe ich an meine Kinder weitervermittelt.
      Dennoch interessiert mich brennend, was Sie unter „Astrologie funktioniert“ verstehen. Was genau, funktioniert?
      Beste Grüße
      teamnullvier, Skeptiker

  2. Ach du lieber Himmel …

    das Problem bei der Astrologie ist ja immer noch, dass man an sie »glauben« muss, ganz egal, wieviel man darüber weiß. Aber schön, dass Sie »funktioniert« in Gänsefüßchen schreiben. Für das Konto des Astrologen tut es das ganz sicher.🙂

    1. Auch logisch, weil die gar nicht wissen, wohin mit ihrer Kohle! Ins Klo runter spülen ist dann auch für Billionäre etwas suspekt, also geben sie es für Schwachsinn aus!

      Worüber reden wir hier? xD

  3. Neulich war ich mal wieder in der Star-Bar des 7-Sterne-Hotels Algol-al-Kairos.
    Als ich mit meinem Nebensitzer so ein bißchen ins Gespräch kam (ohne gleich ins Gerede zu
    kommen), fiel mir sein beeindruckendes Abzeichen am Revers auf.
    Er gab sich als Astrologe zu erkennen – mit dem Orden Pour l´Ephemeride. Natürlich fragte ich
    sofort nach dem drohenden Untergang 2012, den er aber schnell abtat mit der einleuchtenden
    Begründung, daß seine Stern-Tabellen schließlich bis 2100 gingen.
    Der Abend schritt fort, und nachdem ich geduldig seinen Ausführungen über die verschiedenen
    Bierkreis-Zeichen gelauscht hatte, wagte ich es, ihn zu fragen, wie es denn um meine Sterne
    stünde (es heißt doch: „Sterne liegen nicht“), und wann denn endlich mein Mercedes-Stern
    am Horizont aufginge.
    Als auf seinem Netbook mein Geburts-Graffiti flimmerte, murmelte er zunächst etwas von
    Horrorskop, gab mir dann aber -zwischen einem 7-Sterne-Cognac und einem Charmepagner-
    doch eine Kurzdeutung meines Horoskops:
    Partnerprobleme hätte ich also immer, da bei mir Aszendent und Deszendent ganz genau
    gegenüberstünden.
    Finanzsorgen brauche ich mir keine zu machen: ich könne ja stets eines meiner zwölf
    Häuser vermieten; abgesehen von einem kleinen sphärisch-trigonometrischem Problem
    solle ich halt nur sorgfältig überlegen, welches Haus ich dann an wen vermiete.
    Gesundheitlich gäbe es eigentlich nur zwei Wege: entweder per aspera – oder eben
    per Aspirin ad astra. Eigenartig, daß er ganz auch die Meinung meines Zahnarztes
    teilte: über sieben Brücken müsse man halt gehn.
    Überhaupt hätte ich ein beinahe priesterliches Horoskop; stören dabei würde aber,
    daß ich ein MediumCoeli hätte, denn Priester hätten da das MediumCoelibat.
    Auch sei an meinem IC zu reger Verkehr (Intercity -oder was?)
    Als ich triumphierend auf mein Großes Trigon verweisen wollte, belehrte er mich,
    daß ich dennoch nur im Quadrat herumspränge (quadratisch-praktisch-gut),
    und auch viele Sextile nichts mit Sex zu tun hätten.
    Da ich Deutscher sei, könne man die Arabischen Punkte vernachlässigen.
    Meine Trans-Saturner wären eher transsylvanisch, meine Progressionen
    seien nur konservativ-progressiv und Direktionen wären verfrüht, da ich ja
    noch kein Direktor sei.
    Gut, die Fixsterne ließen schon auf ein fixes Kerlchen schließen,
    aber mein Mondknoten wäre ebenso schlecht wie mein Krawattenknoten.
    Statt auf ein gutes Solar zu hoffen, solle ich besser häufiger ins Solarium
    gehen..
    ..und überhaupt sei mein Leben ja doch recht verpfuscht,
    aber umso besser würde sich dann später mal meine Biographie verkaufen…

    Aus der Astro-Bar
    grüßt Euch ganz wunderbar
    -und nicht völlig bar jeder Vernunft-
    bis neulich dann ..

    Mythopoet

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