Dann mach ’s gut, Donna.

Erst dachte ich heute morgen, es sei eine Ehrung zum soundsovielten Geburtstag von Donna Summer, und hörte interessiert zu. Weil: Love To Love You Baby gehört zu meinen allerersten LPs in meiner noch frühen Adoleszenz. Und dann ist das ein Nachruf, und fiel aus allen Wolken. Ich war zutiefst erschöttert, dass sich Big Old Fuckin’ Asshole Krebs einen Teil meiner Jugend geholt hat.

Ich war eigentlich eher ein ruhiges Kind, an dem die Pubertät scheinbar kein übermäßiges Interesse hatte und mich in Ruhe ließ. Ich war zwar kein Stubenhocker, doch hielt ich mich gerne in meinem Zimmer auf und las jede Menge Bücher (meistens SF & Fantasy). Und Musik fand ich toll, Mitte der Siebziger zumeist alles, was irgendwie mit Funk, Soul und Disco zu tun hatte. Und so waren meine Eltern sicher ein klein wenig befremdet, als der kleine 12-jährige Bücherwurm mit Donna Summer’s 16:50-Minuten-Gestöhne nach Hause kam. Die Alten haben zwar gekuckt und getuschelt, aber nix gesagt. »Soll er doch, gehört anscheinend dazu, wenigstens wird er nicht schwul, wenn er sowas hört«, mögen sie vielleicht gedacht haben. Im Schlepptau hatte ich übrigens auch Lovemachine von Supermax (Kurt Hauenstein, auch so eine zu den Ahnen abgerittene Dancefloorlegende), Amanda Lear, Van McCoy & The Soul City Symphony usw., aber rauf und runter genudelt habe ich Love to Love You Baby und Lovemachine.

Und später bei manchen Feten (so nannte man das damals, liebe junge Leser) im Keller war Donnas Nummer auf Grund der Länge ein Garant für lang anhaltendes Geknutsche. Und das ist ja von Vorteil.

In den 70ern ziemlich abgenudelt: Love To Love You Baby von Donna Summer

In den 70ern ziemlich abgenudelt: Love To Love You Baby von Donna Summer

Danke, Donna, mach ’s gut.

PS.
Apropos Amanda Lear … Zum Erstaunen meiner Eltern hing 1977 plötzlich dieses Poster aus dem Plattencover von I’m A Photograph an meiner dunkelbraunen Rauhfaser:

Würde mich ja schon interessieren, ob ich damals der Einzige war, bei dem das Ding an der Wand hing 🙂

Ein Gedanke zu “Dann mach ’s gut, Donna.

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