Den Braunen eine Chance.

Da komme ich gestern spät auf meiner Wanderung (es war schon dunkel) durch eine kleine Gasse in meinem Heimatstädtchen, da sehe ich, dass jemand den Sperrmüll rausgestellt hat. Eindeutig die Entrümpelung einer Bude, in der seit den 70ern die Zeit stehengeblieben war. Fast alles Schrott, nur das Lautsprecherpaar, das in dem Müll stand, fand ich erstmal so mittelinteressant, bis ich auf dem Typenschild las:

plus die Typenbezeichnung L625. Da konnte ich nicht anders – gepackt von plötzlicher Hektik, gepaart mit audiophiler Gier – als die zusammen 28 Kilo nach Hause zu pluckern und gleich zu testen. Klingen nach meinem Empfinden ganz ausgezeichnet für das Baujahr 1974, die Kalotten sind nur arg verstaubt und müssten mal überholt werden (was meines Wissens nur einer in Deutschland wirklich gut kann, und zwar Herr Hebermehl), aber ich las schon in einem Braun-Forum, das es erstmal reiche, vorsichtig mit einer Pinzette den gröbsten Staub von den Kalotten zu entfernen. Wie ich schrob, der Klang ist erstmal über jeden Zweifel erhaben (Das Beste, was ich bisher an Boxen zu Hause stehen hatte, bislang beschallt uns ein Paar alter JBL-Control-1044-Monitorboxen aus einem Tonstudio). Herr Hebermehl wies mich schon darauf hin, dass die Tieftöner nicht original sein können. Aber dem Klang tut es – meines Erachtens – keinen Abbruch.

Der Receiver, der danebenlag, war leider kein Braun (Mist), sondern »nur« ein kleiner DUAL aus dem gleichen Baujahr. Ich hab ihn trotzdem auch mal mitgenommen.

So sehen die aus: